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Breminale 2011

„Schon wieder“: Breminale der Rekorde

Schon wieder Rekorde beim 24. Bremer Breminale-Festival an der Weser: „fantastisch“, „großartig“, „so toll wie nie“ – so und ähnlich lauteten überall auf dem Festivalgelände am Bremer Osterdeich die Reaktionen auf das Programm und die Stimmung bei der Breminale 2011. Mit einer Einschränkung: „zu voll!“ – das konnte man vor allem am späten Freitag- und Samstagabend immer wieder mal hören, und auf dem Höhepunkt des Publikumsinteresses konnten längst nicht alle Fans des Kulturfestivals und der gastierenden Bands das Gelände überhaupt erreichen. Um die Besucherströme zu kanalisieren und auf einen sicheren Nachhauseweg zu bringen, sperrten Polizei und Festivalveranstalter in der Nacht von Freitag auf Samstag kurzerhand den Osterdeich zwischen Sielwall und Tiefer. Das Wetter war für das Open-Air-Festival „so ideal wie noch nie“, fasst Projektmanager Rolf Hesener zusammen: „Warm, aber nicht heiß; sonnig und luftig, aber nicht stürmisch – der ideale Mix, um zu feiern und Kultur zu genießen.“

Faires, ökologisches Festival

Dabei war die Sperrung des Osterdeichs für die diesjährige Breminale eigentlich erst für den Sonntagmorgen geplant – denn der letzte Festivaltag begann mit einem stimmungsvollen Deichbankett an einem riesigen Tisch auf der Straße: Bremer und Besucher  der Stadt, darunter viel Familien und ihre Gäste konnten hier „Bio Erleben“ – gesund, ökologisch und fair, informativ und nicht zuletzt: festivaltauglich. Die Breminale und ihre Partner SozialÖkologie e.V. und Prozept e.V. haben in diesem Jahr begonnen, das gesamte Festival ökologisch und fair aufzustellen – neben einem „Biodorf“ haben auch zahlreiche Gastronomiestände des Festivals vermehrt fair gehandelte und ökologisch verantwortliche Produkte und Zutaten in ihre Angebote aufgenommen. Rolf Hesener, Projektmanager der Breminale, hat dazu Kontakt mit allen Pächtern aufgenommen und eine Beratung aller Standinhaber initiiert. In den kommenden Jahren soll dieser Weg konsequent verfolgt und ausgebaut werden: „Das Publikum hat das Angebot begeistert angenommen und wir freuen uns, die gastronomische Qualität auf diesem Weg erheblich zu steigern und zugleich etwas für eine fairere, gesündere Welt tun zu können.“

Künstlerische Leitung wechselt

„Es ist gelungen, das Thema fairen und ökologischen Handelns mit einem ganz populären Kulturangebot zu verknüpfen – hier finden ganz unterschiedliche Qualitäten zusammen und verbinden sich zu einem tollen Genussangebot“, freut sich auch Carsten Werner, der seit 2008 die künstlerische Leitung des Festivals gemeinsam mit Susanne von Essen übernommen hatte. Werners letzte Breminale als Programmmacher hat ihr Breminale-Konzept noch einmal eindrucksvoll bestätigt: „Umsonst, draußen und bei tollem Wetter“ – dass das Festival weiterhin ohne Eintritt stattfinden kann, ist den Sponsoren der Breminale und immer mehr Programmpartnern zu verdanken. „Erstmalig mussten wir einigen Interessenten sogar absagen, weil wir sie auf dem Platz nicht mehr untergebracht hätten“, resümiert Susanne von Essen. Carsten Werner ergänzt: „Und mit der Verlegung der Breminale in den Hochsommer haben wir natürlich wettermäßig nach vier Jahren eine tolle Bilanz. Vielleicht gelingt es ja in den kommenden Jahren, die Assioziation Breminale/Schietwetter wirklich Geschichte sein zu lassen – auch wenn’s in den vergangenen Jahren eher ein ironischer Spruch wurde ...“

Breminale goes Kunst

2011 hat die Breminale auch erstmalig mit einer großen Kunstausstellung kooperiert – „Zur Nachahmung empfohlen“ in der „Umgedrehten Kommode“ auf dem Stadtwerder, die dort noch bis Ende August zu sehen ist, war mit Talks zu Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit, Schiffstörns und einer Versteigerung von Künstlersouvenirs eng in das Festival eingebunden.

Immer mehr internationale Gäste

Neu im Zeltensemble war zudem der "Hofnarr". Anja Wedig von der Schwankhalle war begeistert von der Möglichkeit, die das erstmals von dem Künstlerhaus kuratierte und präsentierte Zelt bot: „Wir konnten hier junge Künstler und auch noch fast unbekannte Projekte einem ganz breiten Publikum vorstellen. Das gab uns die Chance, auch international vernetzt zu arbeiten.“ Susanne von Essen hat bemerkt, dass die Breminale zunehmend überregionale und internationale Zuschauer anzieht: „Wir haben in den Wochen vor dem Festival festgestellt, dass wir unendlich viele Anfragen nach dem Kartenvorverkauf aus dem Ausland und aus ganz Deutschland hatten“ – den es ja bei der Breminale gar nicht gibt, da der Eintritt in die Zelte frei ist. Flugs wurde ein Banner auf der Homepage geschaltet: „Die Breminale ist eintrittsfrei - keine Tickets, keine Karten und keine Anmeldungen nötig!“ und auf dem Anrufbeantworter das Prinzip des Festivals erklärt: Für die Einnahmen sorgen der gastronomische Konsum, die Kulturförderung der Stadt, die Programmpartner und Sponsoren – und nicht zuletzt das Publikum durch freiwillige Spenden. In diesem Jahr wurden sie über „das größte Rubbellos der Welt“ eingespielt. Der Weltrekord wurde dokumentiert und durch Zeugen bestätigt. Der Beweis durch das Guinessbuch kam später per Urkunde. Der Erlös (nach Abzug aller Kosten) lag bei ca. 10.000 Euro, die als Spende an einen gemeinnützigen Verein wieder in kulturelle Projekte für das nächste Jahr flossen. Beigetragen zu diesen Erfolgen haben vor allem die Programmpartner der Breminale: Das Betonschiff „Treue“ legte ebenso wie die Hansekogge wieder am Festivalgelände an. Auf den Weserwiesen sorgten auch alle Radio-Bremen-Programme, das Lagerhaus, die Kneipe "Wohnzimmer", das One-Man-Band-Festival aus der Spedition und das Bremer Filmbüro mit seinem inzwischen legendären "Super-8-Abend" für ununterbrochenes Programm. Das tägliche Kinderprogramm ermöglichten der Weser-Kurier und die Klimafreunde.