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Publikumsmagnet

Die ersten drei Jahre in denen die BREMINALE als eintrittsfreies, buntes Kulturfestival in Bremen stattfand zeigten: das Experiment BREMINALE ist geglückt! Der Grundstein für ein breitgefächertes, nicht zuletzt von der fantastischen Atmosphäre am Fluss lebendes Kulturfestival war gelegt. Von chronischem Geldmangel (trotz erheblichen Finanzspritzen von staatlicher Seite) und inhaltlichen Richtungsdiskussionen innerhalb der Viertel-Szene geprägt, entwickelte sich die BREMINALE nicht nur zu einem Publikumsmagneten, sondern auch zu einer Bühne für eigene Inszenierungen wie "Faust" (1990) oder das Eröffnungsspektakel im Jahr 1992. Gruppen wie "Green Day" oder "Urban Dance Squad", "Candy Dulfer" oder "Edwyn Collins" spielten auf der BREMINALE, bevor sie internationale Erfolge landeten. Über mehrere Jahre lockte das in Zusammenarbeit mit CrossCutRecords veranstaltete Bluesfestival Besucher aus ganz Europa zur BREMINALE, die seit Anfang der 90er Jahre in der Regel zu Pfingsten stattfindet. Über 50 000 CDs von Live-Mitschnitten dieser Blueskonzerte wurden inzwischen weltweit verkauft.


1993 gab es einen Einschnitt hinter den Kulissen, der sich auch in der programmatischen Struktur des Festivals widerspiegelte. Unter der Kultursenatorin Helga Trüpel von den Grünen wurden die staatlichen Zuschüsse von inzwischen jährlich rund 220 000 DM plus ABM-Stellen komplett gestrichen und von den zwölf Gründungsmitgliedern blieben letztlich Harald Siegel und Manfred Fleckenstein, die zu dem Wagnis bereit waren und die BREMINALE GmbH gründeten. Unter den grundsätzlich neuen finanziellen Voraussetzungen mussten programmatische Veränderungen vorgenommen werden, um das gesamte Festival nicht zu gefährden. Kostenintensive Anteile wie Theater, Bildende Kunst oder auch Literatur fielen dem Rotstift zum Opfer. Hilfestellung kam nur über einen alten Weggefährten aus den Gründerzeiten der BREMINALE, Anselm Züghardt. Er hat es in den vergangenen Jahren immer wieder geschafft, die vorhandenen kulturellen Szene-Kräfte der Stadt in dem sogenannten Flut-Projekt zu bündeln und zu einem Bestandteil der BREMINALE zu machen.

Mit der zeitlichen Verlegung des Festivals vom inzwischen traditionellen, aber meist kühlen Pfingsttermin in den eher hochsommerlichen Juli erlebte die BREMINALE im Jahr 1999 ein bisher nicht gekanntes Besucher- und Medien-Echo. Geschätzte 200 000 Besucher an fünf Tagen dokumentierten: Die Stadt am Fluss lebt!

Da sich erstmals auch die Stadt Bremen wieder finanziell engagierte und mit TUI, der Sparkasse Bremen, dem Weser Kurier, der Brauerei Beck & Co. und Radio Bremen starke Sponsoren gewonnen wurden, konnte die Qualität des Festivals gestalterisch und inhaltlich im Vergleich zu den mageren Vorjahren erheblich gesteigert werden.