1. Deutsch
  2. English
Logo von Breminale

Von der Weserlust zur Breminale

Ein kulturell geprägtes Festival

Nachdem der legendären Weserlust 1983 die Puste ausgegangen war, hatte es sich die aus der "Kulturkooperative Bremen e.V." gebildete AG Breminale (später Breminale - Verein zur Förderung der Kultur e.V.) zum Ziel gesetzt, der Kommerzialisierung der Stadt- und Straßenfeste ein kulturell geprägtes Festival entgegenzusetzen. 100 000 DM stellte der damalige Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst, Horst Franke, den engagierten Kulturschaffenden aus dem Viertel zur Verfügung - ein aus heutiger Sicht fast unvorstellbarer, aber für das geplante Großereignis bei weitem nicht ausreichender Betrag.

Am 16. September 1987 war es dann soweit: Auf dem Marktplatz fand die offizielle Eröffnung der ersten BREMINALE statt und auf dem Festivalgelände, den Osterdeichwiesen zwischen Tiefer und Café Ambiente, genossen an den fünf Tagen Zehntausende von Kulturhungrigen den Mix aus Theater, bildender Kunst, Literatur, Musik und einem phantasievollen Kinderprogramm. Der Abschluss der ersten BREMINALE mit einem eigens inszenierten "Feuer-Wasser-Klang-Corso" war genauso spektakulär wie tragisch. Bei dem Feuerwerk kam ein Besucher durch eine von Außenstehenden abgefeuerten Leuchtrakete ums Leben.

Dass so etwas Profanes wie das Wetter existenzielle Bedeutung für das Gelingen des Experimentes BREMINALE haben könnte, war den zwölf ambitionierten Gründungsmitgliedern der BREMINALE im Frühjahr 1986 noch nicht bewusst. Dass die Frauen und Männer der ersten Stunde mit ihrer Idee eines breitgefächerten Kulturfestivals auf dem richtigen Dampfer lagen, beweist gerade die Tatsache, dass die BREMINALE trotz oft widriger Witterung immer auf riesiges Publikumsinteresse gestoßen ist. Zynische Zungen vertreten unwidersprochen die Meinung, bei der jährlichen BREMINALE auf den Osterdeichwiesen handele es sich um eine Langzeitstudie für einen künftigen Exportschlager der Hansestadt in die Trockenzonen der Welt. Diese eindeutig falsche Interpretation des Kulturfestivals am Weserufer basiert auf der scheinbar unausweichlichen Verbindung mit dem Element Wasser. Wasser marsch!